Avezzano - Parco Nazionale D`Abruzzo, Lazio e Molise - Isernia - Piedimonte Matese - Montesarchio -

Von Ivano in einem Pfadfindercamp bekommen wir dann tatsächlich noch verlässliche Informationen zu Park und Wanderwegen und machen uns frohen Mutes auf in den Nationalpark. Die Landschaft ist sehr schön, auch wenn wir leider wegen der Campingplätze immer wieder ins Tal absteigen müssen und dort am Wochenende viel Betrieb ist.  Bis auf einen aufmerksamen Hütehund, der uns zu einem Umweg über ein Mäuerchen zwingt, sehen wir aber keine "wilden" Tiere im Park. ;-) Durch traumhafte Bergwelten wandern wir fast immer über Pfade. Nur wenige 100 Meter vor dem Campingplatz am Lago Castel San Vincenzo fehlen durch einen Erdrutsch aber ca. 3 Meter Wanderweg. Es ist zwar nur ein kleines Stück, zwingt uns aber zu einem Umweg von mehreren Kilometern (der dafür aber sehr schön ist!). Nach einem Ruhetag am Campingplatz heißt es nun wieder: Über Straßen laufen, um zum nächsten Naturpark zu gelangen. Die Kilometer über die Straße fliegen dahin und wir kommen imnerhalb eines Wandertages aus dem Tal in die nächsten Berge. Glücklicherweise gibt es hier einige Naturparks, sodass die Überbrückungsstücke über viel befahrene Straßen und hässliche Orte im Tal meist an einem Tag zu wandern sind. Die Hoffnung auf Wanderwege in den Parks zerschlägt sich leider immer wieder, aber in der Autokarte eingezeichnete "Straßen" entpuppen sich meist als sehr gut zu wandernde Feldwege.  Die "richtigen" Wanderwege existieren meist nur auf Karten und sind zugewachsen oder überhaupt nicht vorhanden. Auch die Einheimischen haben von den Wanderwegen meist noch nie etwas gehört. Ein Italiener sagt uns sinngemäß, dass die Wanderwege natürlich alle zugewachsen sind, da sie nur alle paar Jahre von einigen wenigen Deutschen genutzt werden... ;-) Im Regionalpark Camposauro e Taburno wandern wir auf ruhigen Straßen vorbei an freilaufenden Kühen und Pferden und genießen die Natur um uns herum. Auf der Suche nach einem Zeltplatz am Abend fragen wir bei einem Agriturismo, ob wir auf der Wiese zelten dürfen und werden ins Gartenhaus mit Bett einquartiert. Die Leute sind wahnsinnig nett und lassen sich nicht daran hindern uns noch mit Essen frisch vom Hof zu versorgen. Wir dürfen nicht mal den Wein kaufen, dem wir bei traumhaften Blick über den Park genießen. Nach einem kleinen Überbrückungsstück sind wir schon am nächsten Park. An der Kommune fragen wir nach Campingplätzen und man zeigt uns einen Naturplatz im Wald - traumhaft gelegen. Wieder einmal ist es schwierig, das Angebot abzulehnen, uns direkt hinzufahren.  Viele Italiener haben anscheinend Mitleid mit uns und bieten uns entlang des Weges immer wieder eine Mitfahrgelegenheit an. ;-) Unverständlich ist den meisten Italienern auch, dass wir bewusst die bergigen Naturparks mitnehmen, anstatt ohne Steigung die Straße außen herum zu laufen. Völlig unverhofft stoßen wir mitten im Park auf eine E1-Markierung. Kurz danach sehen wir sogar eine E1-Übersichtskarte, die aber völlig unübersichtlich ist. Außerdem sind wir bei den Wanderwegen in Süditalien mittlerweile so misstrauisch, dass wir dann doch über den Feldweg gehen - scheinbar eine gute Entscheidung, da wir später auch keinerlei E1-Hinweise mehr finden, wo laut Karte welche sein sollten. Leider sind wir auch hier wieder schnell durch den Park gewandert und müssen quer durch eine hässliche Stadt - wo wir aber die Möglichkeit nutzen, mittags im Waschsalon eine längere Pause einzulegen und mit sauberen Klamotten weiterzuziehen.  Wir gönnen uns am Rande des Regionalparks Monti Picentini heute einen Ruhetag, bevor es die nächsten Tage durch den bergigen Park geht. Danach wartet noch einmal ein Nationalpark auf uns, wo es auch noch einmal ein Stück E1 geben soll.  Weiter planen wir bei Sapri auf die Küste zu stoßen und dieser in Richtung Süden zu folgen.  Jeder Italiener erzählt uns, dass es in diesem Jahr 5-6 Grad zu heiß ist. Wir hoffen, dass es weiter im Süden nicht noch heißer wird als die mittlerweile zum Standard gehörenden 35 Grad zur Mittagszeit... :-) Mittlerweile sind wir seit dem Nordkapp über 7500 Kilometer gelaufen, wenn unsere Aufzeichnungen nicht trügen. Mal sehen wieviele es bis zum Capo Passero in Sizilien noch werden! 


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